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Geseke - TIEFSCHÜRFENDE EINSICHTEN

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Landschaftlich reizvoll liegt die Hansestadt zwischen Haarstrang und Münsterland an der historischen Handelsroute Hellweg. 833 erstmals urkundlich erwähnt, blickt die ehemalige Acker- und Bürgerstadt heute mit rund 21.700 Einwohnern auf eine bewegte Geschichte zurück. Die vollständig erhaltene Wallanlage ist zum Fußweg ausgebaut und lädt zu einem Spaziergang rund um die Altstadt ein. Im Zentrum spielt Wasser die Hauptrolle: Der offengelegte Geseker Bach mit Rosenteich und Wasserrad ist beliebtes Ausflugsziel, der Stadtpark eine Oase für alle Generationen. Bei schönem Wetter empfiehlt sich ein Abstecher in den Dyckerhoff Park, ein Themenpark des gleichnamigen Zementwerks. In dem aktiven Steinbruch beobachten Gäste Sprengung, Verladung und Transport des Steins. Außerdem zeigt der Park Installationen der Künstlerin Renate Geschke, die den „Mythos Stein“ auf ihre ganz eigene Art interpretiert hat. Und wer hier mit etwas Glück einen alten Muschelabdruck findet, darf ihn als Andenken sogar mitnehmen.





Geseke - TIEFSCHÜRFENDE EINSICHTEN

TIEFSCHÜRFENDE EINSICHTEN
 Manfred Raker, Biologe und Projektleiter der Naturschutzstiftung Geseke

„Steinbrüche setzen die Natur auf Null. Doch Pflanzen und Tiere kämpfen sich zurück.“

Die Geseker Steinbrüche haben mich schon als Kind fasziniert. Zuerst waren es die Winnetou-Filme, die wir hier herrlich nachspielen konnten. Später kam mein Interesse für Natur und besonders für die Geologie dazu. Steinbrüche sind Bücher der Erdgeschichte. Die oberste Bodenkrume, der Löss, vermischt mit eiszeitlichem Geschiebe, bedeuten einige Tausend Jahre Erdgeschichte. Noch tiefer liegt der Kalkstein aus der Oberkreide, etwa 88 Millionen Jahre alt. Diese Dimension entzieht sich unseren Zeitvorstellungen. Mein Lieblingsplatz ist der Steinbruchpark „Mythos Stein“ am Schneidweg in Geseke. Jedes Mal, wenn ich den öffentlich zugänglichen Steinbruch betrete, öffnet sich ein phantastischer Blick auf das Münsterland und auf eine „Urlandschaft“, die man hier nicht vermutet. Steinbrüche setzen die Natur auf null. Die Grundlage, der belebte Boden, wurde entfernt. Doch Pflanzen und Tiere kämpfen sich zurück. Schon während des Abbaus, massiv aber nach dessen Beendigung, treten die „Pionierarten“ auf den Plan und bereiten den Lebensraum für ihre anspruchsvolleren Verwandten vor. Innerhalb weniger Jahre entsteht eine Pflanzendecke, die es in unserer Kulturlandschaft großflächig vor der Entdeckung des Kunstdüngers gab. So hat sich auf der Steinbruchsohle des Parks ein artenreicher Kalk-Magerrasen entwickelt, der in den Monaten Mai bis Juli eine beeindruckende Blütenpracht entfaltet. Übrigens: Meine liebste Zeit im Park ist ein warmer, feuchter Abend im Spätfrühling. Dann geben die Männchen von Geburtshelfer- und Kreuzkröten ein imposantes Ruf-Konzert.

Kontakt: 
Stadt Geseke 
An der Abtei 1 
59590 Geseke 
Tel. 02942 500-49

www.geseke.de